Samstag, 5. Juli 2008

Endspurt

So, dies wird mein letzter Eintrag werden.

Nur zur Info: Ab dem 20. August werde ich bis zum 19. Dezember in Finnland sein, um dort mein zweites Auslandssemester zu absolvieren. Dieses Mal mit Schwerpunkt Tourismus.

Meinen nixwieweg-australien blog möchte ich mit einem kleinen Überblick abschließen, was ich in den letzten Wochen während meines Praktikums erlebt habe.

Direkt in meiner ersten Praktikumswoche habe ich Andrea aus Bayern und Franzi aus Frankfurt kennengelernt. Recht schnell haben wir als festen Termin den Freitag Abend gefunden und uns immer ab sechs Uhr abends im Shark Hotel getroffen. Hier fand dann immer ein reger Austausch über unsere verschiedenen Büros statt, denn wir waren alle in unterschiedlichen Gebäuden über ganz Sydney verstreut. Eine Woche später stieß dann noch Julia aus Hamburg zu unserer kleinen Deutschen Runde.

Da ich in Surry Hills und somit am zentralsten von uns vieren wohnen, haben Franzi und Julia von Sonntag auf Montag bei mir übernachtet, denn wir wollten das EM Finale schließlich live miterleben. Also haben wir uns in der Nacht von Sonntag auf Montag aus dem Bett gequält und sind in die Stadt zum ‘cheers’ getrabt. Hier war es leider so voll, dass wir nicht mehr hinein durften… also sind wir weiter zum Casino am Darlinghabour gedüst. Hier war aber die Stimmung mehr als bescheiden. Nach einem Umweg zum Löwenbräu, das (warum auch immer) geschlossen hatte, landeten wir pünktlich zum Beginn der zweiten Halbzeit im ‚cheers’ (dieses Mal durften wir rein…)

Im Anschluss an das Spiel trennten sich unsere drei Wege, denn jeder machte sich jetzt auf Richtung Büro. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie froh ich war, als ich abends endlich ins Bett konnte…

Unter der Woche war ich meistens von 8.30Uhr bis mindestens 17.00Uhr im Büro, abends war ich mindestens einmal pro Woche im Fitnessstudio und habe außerdem fleißig Filme aus der Videothek um die Ecke ausgeliehen. Das australische Fernsehprogramm ist recht bescheiden…

Am Wochenende war ich dann meistens unterwegs, unter anderem mit einigen Langzeitfreiwilligen in Cape Jevis Wale gucken (ich war schon lange nicht mehr so seekrank) und mit Franzi in Canberra. Auch habe ich mich mit einigen vom College getroffen, zum Beispiel mit Evie, Diana und Marcela. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen sämtliche Museen und Galerien abzuklappern, aber mein Kulturprogramm bestand die ersten Wochenenden dann doch darin ein Stück im Opernhaus (Edward Scissorhands, Hamlet) anzuschauen bzw. ich war im Musical im Capitol Theater (Billy Elliot). Mittlerweile bin ich zur fleißigen Kinogängerin mutiert. Erst gestern habe ich mir ‚hancock’ angeschaut.

Morgen landen meine Eltern und Christine am Flughafen von Sydney und wir werden uns seit 4 ½ Monaten wiedersehen… Die letzten Wochenenden war immer schönes Wetter, leider scheint es sich jetzt gerade einzuregnen.

Naja, übernächstes Wochenende werde ich dann komplett im Büro verbringen, da der Weltjugendtag ja immer näher rückt und der Berg von Arbeit vor dem wir hier stehen bzw sitzen einfach nicht kleiner werden will.

Liebe Grüße ins schöne Wanne-Eickel, bis bald!

Bin zur berühmten Cranger Kirmes wieder zurueck!

Eure Lotte

Dienstag, 1. Juli 2008

„Wet“Sunday Islands

Freitag, 23. Mai 2008 - 15. Tag

Brisbaneà Airlie Beach

So, heute beginnt die letzte Etappe unserer Rundreise. Mit dem Flieger geht es von Brisbane nach Proserpine an der Whitsunday Coast. Von dort aus bringt uns ein Bus nach Airlie Beach. Das dauert eine knappe Stunde und ich muss sagen, dass ich in dieser knappen Stunde mehr tote Kängeruhs am Straßenrand liegen gesehen habe als mir lieb war. In Airlie Beach selbst nieselt, dann regnet und schließlich schüttet es. Na toll, da haben wir uns ja das richtige Wetter zum Segeln ausgesucht. Während wir von einem überdachten Geschäft bzw. Café zum anderen hüpfen und so die Hauptstraße des Ortes erkunden, hoffen wir, dass es sich bis morgen ausgeregnet hat.

Samstag, 24. Mai 2008 - 16. Tag

Airlie Beach

Am heutigen Morgen schüttet es direkt, als wir das Hostel verlassen. Wir flüchten mit unserem Gepäck ins nächste Café. Bei peterpans wollen wir ins Internet. Aufgrund des Regens sind aber alle Computer besetzt und es sieht auch nicht so aus, als ob bald einer für uns zwei frei wird. Also dackeln wir wieder ab... Gerade rechtzeitig, dann draußen laufen gerade Sabrina und Olli aus Trier vorbei. Mit ihnen haben wir zusammen in Manly studiert und die zwei waren regelmäßig mein Montags-Date zum Mittagessen im Grand Dining Room, wo wir für die Hospitality-Studenten Restaurant-Gäste mimten. Die beiden haben sich gerade einen Mietwagen genommen und sind auf dem Sprung. Eine Segeltour haben sie die letzten Tage schon gemacht und sie machen uns Mut wegen des Wetters.

Abends um sechs werden wir endlich abgeholten und es geht aufs Schiff. Wir haben uns einen Schoner ausgesucht, den 2-Master Solway Lass. Nach eine kurzen Safety Einweisung und dem Vorstellen der sechsköpfigen Crew geht es los. Und wer wird erst einmal direkt seekrank, obwohl kaum Seegang ist...? Richtig! Die Lotte! Bevor es soweit kommt, dass ich die heimischen Fische der Whitsunday Islands füttere, flüchte ich unter Deck und bringe mich schnell in die Waagerrechte. Mein Tipp gegen Seekrankheit: Schlafen! Davon geht die Seekrankheit leider nicht weg, aber das Elend geht schneller vorüber.

Sonntag, 25.Mai 2008 - 17. Tag

Solway Lass

Am nächsten Morgen geht es mir dann sogar auch besser, leider kann man das vom Wetter nicht gerade behaupten... Es ist bewölkt und die Sonne scheint nur sparsam. Vormittags werfen wir dann den Anker in der Tongue Bay. Als wir zum North Whitehaven Beach mit dem Schlauchboot übersetzen, scheint dann allerdings doch die Sonne. Überhaupt, immer wenn wir während des dreitägigen Segeltörns an Land gehen, klart es auf und die Wolken machen Platz für ein paar Sonnenstrahlen. Diese paar Strahlen werden von Nathalie und mir immer direkt genutzt, auch wenn wir so nur unsere Gesichter bräunen können. Ohne Pulli und lange Jeans ist es auf dem Boot einfach zu kalt.

Am frühen Abend werfen wir dann erneut Anker, dieses Mal vor Hook Island.

Montag, 26. Mai 2008 - 18. Tag

Solway Lass

Nach dem Frühstück werden wir vom Kapitän höchstpersönlich in die Kunst des Schnorchelns eingewiesen. Wir schnorcheln direkt in der Luncheon Bay, in der wir auch über Nacht vor Anker lagen. Gegen Mittag geht es dann weiter Richtung Maursens Bay. Auch hier haben wir die Möglichkeit noch einmal zu schnorcheln. Nathalie und mir ist es allerdings zu kalt und so bleiben wir an Board und legen uns in die spärliche Sonne. Nachmittags brechen wir dann zum unserem nächtlichen Liegeplatz auf.

Dienstag, 27. Mai 2008 - 19. Tag

Solway Lass

Heute ist unser letzter Tag auf der Solway Lass. Während wir frühstücken regnet es noch, aber als wir mit dem Schlauchboot schließlich an Land gebracht werden, klart es wieder einmal auf. Hier machen wir jetzt mit der kompletten Truppe einen „bushwalk“. Dieser 1km lange Spaziergang bringt uns zum Snowmillbeach, wo wir uns zum Gruppenfoto aufstellen. Wieder an Board werden die Segel gesetzt und wir tuckern gemütlich zurück zum Airlie Beach. Am späten Nachmittag sind wir wieder im Ort und mieten uns im letzten Doppelzimmer des YHA ein. Anschließend, es nieselt schon wieder, kaufen wir uns Postkarten mit sonnigen Whitsunday Islands Motiven. Um sieben trifft sich unsere Solway Lass Truppe im „fish d’vine“, wo es angeblich die zweitbesten Fish and Chips in Australien gibt. Wir schnuppern noch kurz ins Partyleben des Ortes hinein, verkrümeln uns dann aber doch in unser nicht schaukelndes Doppelbett.

Und so endet unsere Rundreise. Nathalie, ich hatte echt super Spaß mit dir. Mit dir würd’ ich es sogar in ner WG aushalten J

Ich wünsch dir noch alles Gute für dein restliches Praktikum in Dubai und freu mich schon, wenn wir (in Finnland) zusammen Fotos angucken!

Mittwoch, 25. Juni 2008

So wie man's plant und denkt, so kommt es nie...

Sonntag, 18 Mai 2008 - 10. Tag

Alice Springs à Brisbane

Heute geht es weiter nach Brisbane. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden Nathalie und ich uns von unserer buntgemischten Truppe und werden praktischerweise von Hostel aus per Shuttle zum Flughafen gebracht. Hier wird Nathalie bei der Sicherheitskontrolle erst einmal meine Nagelpfeile los. (Hinterher wären wir im Flugzeug noch auf dumme Gedanken gekommen und hätten uns die Nägel gemacht...). Ich fliege zum ersten Mal mit Quantas und kann das essenstechnisch echt empfehlen. Die Stewards und Stewardessen haben alle lustige Uniformen mit Bumerang-Muster an: die Damen Etuikleider und die Herren eine mit Bumerangs gemusterte Krawatte. Wir landen in Brisbane. Während wir noch darauf warten aus dem Flugzeug aussteigen zu können, mache ich mein Handy an... und habe zwei Nachrichten auf meiner Mail-Box: eine Gute und eine „schlechte“. Die schlechte: Der Veranstalter mit dem wir unsere dreitägige Tour nach Fraser Island gebucht haben, sagt eben diese ab - na toll. Die zweite Nachricht hingegen ist erfreulicher: Es ist Jan und er bietet uns an, uns vom Flughafen mit seinem Auto abzuholen - da sagen wir doch nicht nein. Jan bringt uns dann sogar bis vor die Tür des Hostels (Wir steigen mal wieder in einem YHA ab, damit sich die Mitgliedskarte auch lohnt!) Wir checken ein und können endlich unsere verstaubten und furchtbar dreckigen Klamotten ordentlich in der Laundry des Hostels durchwaschen. Da die Drei-Tages Tour nach Fraser Island abgesagt ist, vertiefen wir uns solange in Broschüren bis wir die uns zur Verfügung stehenden vier Tag in Brisbane zu unserer gemeinsamen Zufriedenheit mit Programm gefüllt haben. Herauskommt nach einigem in und her, sowie abtelefonieren diverser Veranstalter, dass wir am Donnerstag zumindest auf eine eintägige Fraser Island Tour mitkommen können. Für Mittwoch haben wir uns entschlossen einen Surfkurs zu machen. Montag und Dienstag können wir uns also ganz Brisbane widmen und die Stadt in aller Ruhe erkunden. Neugier und Hunger treiben uns gegen sieben (im Dunklen) aus dem Hostel Richtung Innenstadt. Hier auf der Haupteinkaufsstraße werden wir schließlich fündig und landen bei „Milano“. Hier gibt’s Italienisches Essen, Bier und Fußball! Auf dem Rückweg merken wir , dass es auch hier ‚Winter’ ist. Wir sind beide nur mit einem dünnen Pullöverchen bekleidet, da der Rest gerade noch im Trockner im Hostel ist! Also hüpfen und sprinten wir abwechselnd zurück Richtung Hostel - die vorbeifahrenden Autofahrer gucken von irritiert bis amüsiert, aber keiner zeigt uns nen Vogel. (Leider hält auch keiner an, und bietet uns an uns zu fahren...) Also nichts wir ab ins warme Bett!

Montag, 19. Mai 2008 - 11. Tag

Brisbane

Heute geht’s für mich zum zweiten mal zum Lone Pine Koala Sanctuary – wär hätte das gedacht. Schließlich braucht Nathalie ja auch ein „Koala-aufm-Arm-Foto“, wenn wir schon die nötige Zeit zur Verfügung haben. Das Koala Sanctuary liegt 11km außerhalb von Brisbane. Man kann also mit dem Bus hinfahren (Auto haben wir ja nicht) oder mit dem Boot. Wir haben uns für die Bootstour den Brisbane River entlang entschieden. Eine Tour dauert 1 ¼ Stunden und während wir so den Fluss hinunterschippern, genießen wir die Sonne und lauschen dem Audiokommentar vom Band ergänzt durch „echte“ Kommentare des Kapitäns. Im Koala Park schauen wir uns neben den Koalas, auch wieder die Wombats an und Nathalie bekommt ihr „Koala-aufm-Arm-Foto“. Da wir zurück auch wieder das Boot nehmen und dieses nur einmal am Tag zurückfährt, sind wir um kurz vor drei schon wieder in der Innenstadt. Diese machen wir jetzt erst einmal unsicher. Vom Reiseveranstalter fordern wir eine Rückerstattung, der nicht stattfindenden Fraser Island Drei-Tages Tour. Weiter geht’s. Wir klappern alle möglichen Geschäfte ab und landen schließlich im Kino in der sieben Uhr Vorstellung von „What happens in Vegas“ mit Cameron Diaz und Ashton Kutscher. Mein lieber Herr Gesangsverein (oder wie Rike sagen würde: My dear Mister Choir Club), so haben wir schon lange nicht mehr gelacht. Gut gelaunt schleppen wir uns zurück Richtung Hostel und fahlen bzw. klettern in die (Hoch)Betten.

Dienstag, 20. Mai 2008 - 12. Tag

Brisbane

Den heutigen Tag lassen wir gemütlich angehen. Im Vorgarten des Hostels machen wir es uns gemütlich und frühstücken. Schließlich machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir wollen den im Lonely Planet beschrieben Rundweg ablaufen und entdecken Ecken von Brisbane, die wir sonst gar nicht gefunden hätten. Wir landen schließlich wieder auf der Haupteinkaufsstraße, der Queen Street Mall. Hier werden wir in einem Laden fündig. Nathalie und ich kaufen uns beide eine Boardshorts fürs morgige Surfen, da wir laut Beschreibung nur ein Wetshirt gestellt bekommen werden. Mit unseren Einkaufstüten geht es weiter zum Botanic Garden. Hier geht es über die ‚Goodwill Bridge’ über den Brisbane River zur sogenannten ‚Southbank’. Vor zwanzig Jahren hat auf dieser Seite des Flusses die Expo 88 stattgefunden. Seitdem hat sich ordentlich was getan - das ehemalige Expo-Gelände ist zum Naherholungsgebiet für die Einwohner Brisbanes umfunktioniert worden. Es gibt eine wunderschöne Promenade, die sehr beliebt bei Joggern sowie Inline Skatern ist, Bars und Cafes sowie einen künstlich angelegten Strand, den ‚Streets Beach’ (Langnese heißt hier streets). Auch das Cultural Centre, das ein riesiges Museum, eine Galerie sowie die State Library beherbergt, füllt den Platz des ehemaligen Expo-Geländes wunderbar aus. Zurück im Hostel machen wir uns ruckzuck ‚frisch’, denn wir müssen am Transit Centre rechtzeitig den Zug Richtung Ipswich kriegen. Wir haben uns nämlich mit Jan verabredet und besuchen ihn in Chelmer. Hier bewohnt er das ‚Untergeschoss’ des Hauses seiner Gastfamilie. Auch heute landen wir wieder im Kino. Dieses mal zu dritt. Wir schauen uns „21“ an. Auch sehr zu empfehlen. Der Hauptdarsteller erinnert Nathalie und mich direkt in der ersten Szene an Ben, unseren Guide von der Outback-Safari. Witzigerweise heißt dies Figur im Film auch noch Ben... Jan chauffiert uns wieder bis vor die Tür des Hostels. Gespannt, was uns morgen beim Surfen erwartet, schlummern wir ein.

Mittwoch, 21. Mai 2008 - 13. Tag

Surfen

Um viertel nach acht werden wir von unserem Surflehrer Graham abgeholt. Eingecremt sind wir schon und gefrühstückt haben wir auch schon. Wir fahren nach Caloundra an der Sunshine Coast, das circa eine Stunde entfernt ist. Wir fahren wieder den selben Highway entlang, den ich zwei Monate zuvor schon mit Melanie und Sarah entlang getuckert bin. Gegen halb zehn sind wir dann am Kings Beach angekommen. Hier führt uns Graham, Chef der „q surfschool“ in die nötige Technik ein (im Trockenen). Das klappt eigentlich ganz gut, zumal Nathalie und ich die einzigen Schüler für heute sind und Graham jeden Fehler sofort sieht. Dann geht es ins Wasser. Die Brandungswellen sind ganz ordentlich und die ersten Stehversuche bringen wir mehr oder weniger erfolgreich hinter uns. Nach 2 Stunden im Wasser sind wir ganz schön alle und haben locker 2 Liter Salzwasser intus. Graham besorgt uns was zum Lunch, während wir Olivia kennenlernen. Sie wird uns die zweite Stunde coachen. Knappe zwei Stunden und locker 3 Liter geschlucktes Salzwasser später können wir einfach nicht mehr. Die Wellen sind mittlerweile einfach zu stark für uns, aber es hat riesigen Spaß gemacht. Am späten Nachmittag sind wir wieder in Brisbane. Nach ausgiebigem Duschen machen wir uns auf dem Weg zum Kino (wieder einmal, aber alle guten Dinge sind ja schließlich drei). Dieses Mal schauen wir „Made of Honour“ mit Patrick Dempsey (Dr Shepard von Grey’s Anatomy). Nathalie und ich sind uns einig: „Ganz nett“ lautet unser Urteil, aber die anderen beiden Filme waren eindeutig besser! Im Bett liegend „lecken wir nun unsere Wunden“, die sich nun bemerkbar machen. Vor allem an den Beinen ist die meiste Haut abgeschürft (deshalb sollen man auch auf dem Surfbrett stehen und nicht knien....) Mit dieser Erkenntnis, jammern wir uns in den Schlaf!

Donnerstag, 22.Mai 2008 - 14. Tag

Fraser Island

Heute geht’s nach Fraser Island! Um viertel vor sieben müssen wir am Transit Centre sein und dementsprechend leider auch recht früh aufstehen. Wir fahren mit einem Jeep („4WD“), der 9 Leute fasst. Unser Fahrer und Guide heißt Mick. Unser erster Stopp Richtung Fraser Island ist Noosa (hier war ich ja sogar auch schon). Bis hierhin, verbringen Nathalie und ich die Fahrt schlafend – wir haben es und mal wieder in der hinteren Reihe gemütlich gemacht. Um nach Fraser Island zu gelangen, müssen wir am ‚rainbow beach’ mit der Fähre übersetzen – das dauert keine 10 Minuten. Fraser Island ist angeblich die größte Sandbank-Insel der Welt und kann vier verschiedene (oder waren es sogar noch mehr...) Vegetationszonen vorweisen. Die angenehmste Weise sich auf der Insel fortzubewegen ist per Four-Wheel Drive (4WD), also per Jeep. Wir sind kaum von der Fähre herunter, da brettert Mick auch schon los – den ‚7 Miles Beach’ entlang oder auch einfach den „Highway“ der Insel. Per Zufall sehen wir in der Ferne die ersten Wale der Saison, während wir den Strand entlang heizen. Dann geht es ins Innere der Insel – jetzt geht das Holpern schon wieder los. Schließlich halten wir am Lake McKenzie an. Wir bekommen alle von Mick ein kleines Lunch-Paket in die Hand gedrückt und dürfen uns selbstständig machen. Fürs Schwimmen im See ist es uns zu kalt, also beschränken Nathalie und ich uns aufs „Leute gucken“, denn hier scheinen sich gerade alle Touris der gesamten Insel versammelt zu haben. Gut, dass wir unser Sandwich direkt gegessen haben, denn ein einsamer Dingo streift um die Menschengrüppchen herum. Hier, auf Fraser Island, soll man auf gar keinen Fall die Dingos füttern, da sie sonst aggressiv werden und laut Mick „kleine Menschen anfallen“. Der Dingo hier sieht auch tatsächlich etwas unentspannter aus als die im Outback. Gut, dass Nathalie keine Angst vor Hunden bzw. Dingos hat.... Jetzt ist auch sie etwas unentspannt. Wir treffen Mick wieder am Jeep und sitzen dieses Mal vorne! Wir holpern weiter durch das Innere der Insel und landen schließlich im Central Station Rain Forest. Hier steigen wir aus und Mick latscht mit uns einen Touri-Pfad entlang und zeigt uns mit aufrichtiger Begeisterung irgendwelche Ur-Farne (vom Tag der Artenvielfalt weiß ich sogar noch, dass sich Farne durch Sporen vermehren – leider kann ich mein Wissen nur an Nathalie weitergeben, da ich keinen blassen Schimmer habe, was „Sporen“ auf Englisch heißt). Jetzt ist es leider auch schon an der Zeit, dass wir uns auf den Rückweg Richtung Brisbane machen – immerhin wird die Rückfahrt 3 ½ Stunden dauern. Zum Tanken halten wir am rainbow beach an. Hier nieselt es und wir können einen Regenbogen bewundern, der sich seelenruhig über die Tankstelle spannt (soviel zu „telling names“).

Gegen acht sind wir wieder am Hostel und warten auf Jan. Beim Verlassen der Jugendherberge trifft Nathalie mal eben Lena Klein. Lena Klein ist die „kleine“ Schwester einer Freundin von ihr... Manno, ich möchte auch mal jemanden aus meinem „Dorf“ in Australien treffen... Wo habt ihr euch denn alle bitte versteckt?!

Wir landen mit Jan dieses mal nicht im Kino, aber ein zweites mal bei ‚Milano’. Bevor wir uns verabschieden, wird noch schnell ein Foto gemacht und dann geht es ab zum „Matratzen-Horch-Dienst“. Morgen beginnt nämlich (schon!!!) die letzte Etappe unserer kleinen Rundreise.

Mittwoch, 11. Juni 2008

road trip durchs outback - Teil2

Donnerstag, 15. Mai 2008 - 7. Tag

Coober Pedy à Uluru (Yalara Resort) (4.Tag Outback Safari)

Heute stehen wir wieder um fünf auf, auch wenn die Nacht dieses Mal sehr kurz ausgefallen ist. Heute haben wir „nur“ acht Stunden Fahrt vor uns bis wir im Yalara Resort ankommen werden. Auf unserem Weg stoppen wir unter anderem in Marla, in Mt. Ebeneza und in Curtain Springs. Curtain Springs besteht nur aus einer Tankstelle, einem kleinen Hotel sowie einer Cattle Farm. Im Shop der Tankstelle hinter dem Counter steht Simon Knieps. Simon wohnt in der Nachbarortschaft von Nathalie und sie haben beide dieselbe Schule besucht. Hier, dieses Mal wirklich mitten im Nichts, treffen sich die beiden zufällig wieder und stehen erst mal unter Schock... Jaja, wie klein die Welt doch ist! Gegen drei sind wir im Ayers Rock Resort (Yalara) angekommen und verladen die restlichen Lebensmittel im Kühlschrank. Es geht direkt wieder in den Bus und wir fahren zum Uluru oder auch Ayers Rock. An einer ausgesuchten Stelle hält Ben und erklärt uns Grundlegendes zum Uluru und den Aborigines, die hier leb(t)en. Morgen werden wir mehr Zeit haben uns alles genau anzusehen, denn morgen haben wir die Möglichkeit den Uluru einmal ganz zu umlaufen. Wir sehen (mit ca 20 anderen Reisegruppen) zu, wie die Sonne untergeht und der Ayers Rock seine Farben verändert. Dazu gibt es Champagner und Cracker (für alle 20 Reisegruppen – da haben sich die unterschiedlichen Touranbieter ja richtig was einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz abzuheben J). Zurück im Camp beziehen wir unsere Zelte; diese „permanent tents“ sind mit je vier Pritschen ausgestattet, so dass man nicht direkt auf dem Boden schläft. Nathalie und ich teilen das Zelt mit Neil und dem Koreaner. Natürlich sitzen wir auch heute am Feuer und vernichten einen Marshmallow nach dem nächsten. Auch fünf Liter Sangria sind noch übrig, denen wir uns auch gerne annehmen.

Freitag, 16. Mai 2008 - 8. Tag

Uluruà Kings Canyon Resort (5.Tag Outback Safari)

Heute stehen Nathalie und ich sogar schon um halb fünf auf. Warum? Wir wollen duschen (Nathalie will sich unbedingt die Haare glätten, denn es geht heute wieder zum Uluru - dieses Mal wird allerdings das Farbenspiel des Monolith bei Sonnenaufgang betrachtet... und da wir ja wahrscheinlich eine Menge Fotos schießen werden, muss die Frisur ja sitzen!). Da bei uns inzwischen erst sechs Uhr ist (in Deutschland somit 22Uhr des Vortags), beschließe ich schnell per Münztelefon nach Hause zu telefonieren. Ich verquatsche mich und der Bus wäre fast ohne mich abgefahren (Gut, dass mir Nathalie gerade noch rechtzeitig Bescheid sagt). Wir fahren also dieses Mal zur „Sunrise Viewing Area“. Leider ist es noch dunkel und ordentlich kalt. So warten wir hüpfend auf die Dämmerung. Als es dann soweit ist, wird fleißig drauflos fotografiert. Hier werden wir auch endlich bezüglich unseres „Achtung Kängeruh“-Schilds fündig.

Als nächstes geht es mit dem Bus näher an den Uluru heran. Hier schmeißt uns Ben aus dem Bus. Jetzt haben wir zwei Stunden Zeit den Ayers Rock zu umlaufen. Der Weg einmal herum beträgt 9,4 km. Während wir laufen wird es immer wärmer! Gegen 10Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt. Gut, dass wir so früh losgelaufen sind. Jetzt ist es richtig heiß. Weiter geht es zu den „Olgas“, auch eine Steinansammlung mitten im Nichts. Zu Uhrzeiten muss in der Mitte Australiens ein riesiger See gewesen sein. Mehr habe ich leider von der Entstehung dieser Steine nicht behalten. Ich bitte jeden das selbst zu recherchieren, falls Interesse besteht... (Oder sich an meine Mutter zu wenden, die in Vorfreude auf den Australienbesuch in knapp vier Wochen einen Reiseführer nach dem nächsten wälzt)

Kurz vor sechs kommen wir im Kings Canyon Resort an. Auf unserem Campingplatz ein wenig außerhalb machen wir wieder ein ordentliches Feuer. Hier gibt es Dingos und zwei von ihnen trauen sich sogar recht nah ans Feuer, wahrscheinlich durch den Kängeruh Schwanz angelockt, der beim Feuer liegt. Den hat Ben heute an der Resort Tankstelle für umgerechnet 3€ erworben und ihn uns Ben nach dem eigentlichen Essen als kleinen Snack zu. Er zeigt uns wie die Aborigines nur mit einem scharfen Stein und der Hilfe des Feuers, das Fell abgebrannt und abgescharbt haben. Das Fleisch selbst ist recht fettig und knorpelig durch die Muskeln. Natürlich darf jeder mal beißen und so wird der ‚kangaroo tail’ von einem zum anderen ums Feuer herumgereicht. (Da waren die Kängeruh-Steaks von Parachilna besser, habe nämlich vom Kängeruh-Schwanz nur Knorpel und Fett abbekommen...). Als Nachtisch gibt es kurz darauf natürlich wieder Marshmallows! Gegen Mittagnacht holen wir alle unsere „swags“ hervor und legen uns kreisförmig ums Feuer. Ein „swag“ ist so etwas wie ein großer grober Schlafsack mit verstärktem Boden. Man kriecht mit seinem eigentlichen Schlafsack hinein und zieht die Reißverschlüsse zu. Jetzt ist man eingepfercht wie eine Mumie, aber es ist immerhin schön mollig warm! Die Schuhe kommen ans Kopfende unter den „swag“, so ist das Ende etwas erhöht und man hat ein improvisiertes Kopfkissen. Auf unsere Schuhe sollen wir aber gut aufpassen! Nicht, dass sie von einem Dingo weggeschleppt und in ihre Bestandteile zerlegt werden... Mit Blick auf den sternenklaren Himmel und leisem Knistern des ausgehenden Feuers schlafe ich ein... (Ich kann nicht sagen, ob ein Dingo vorbeigekommen ist und an mir herumgeschnuppert hat, denn ich habe geschlafen wie ein Baby! Meine Schuhe sind am nächsten Tag zum Glück noch da...)

Samstag, 17. Mai 2008 - 9.Tag

Kings Canyon Resortà Alice Springs (6.Tag Outback Safari)

Gegen halb sechs werden wir geweckt. Es ist ordentlich kalt! Im „swag“ war es so schön warm...

Um sieben begleitet vom Sonnenaufgang fahren wir los Richtung Kings Canyon. Hier wollen wir den ‚Rim Walk’ machen. Auf der Wandertafel am Füße des Canyons sind für die 6km 3,5 Stunden angeschlagen. Die meiste Zeit trotten wir mit Marie und Rob sowie den Spaniern hinter der Gruppe her. Es gibt so viel zu sehen (und zu fotografieren).

Gegen 11Uhr sind wir wieder am Startpunkt. 7 Stunden dauert es noch, dann sind wir in Alice Springs und die Outback Safari ist (schon) vorbei. Wir halten wieder in Mt. Ebeneza und stoppen außerdem in Oaks Desert. Am Abend hat uns Ben alle zum Abschied in ein Backpacker Restaurant/Pub eingeladen. Auf dem Weg dorthin, vorbei am Supermarkt, machen wir leider zum ersten Mal Bekanntschaft mit alkoholabhängigen betrunken Aborigines...

Um Mitternacht werden wir alle „ausgeschlossen“. Im „Biergarten“ des Pubs darf weitergetrunken werden, nicht aber im Pub selbst. So will es das australische Gesetz zum Schutz der Anwohner (obwohl die uns im Garten erst recht hören können... naja).

Morgen beginnt der nächste Abschnitt unserer Rundreise – wir werden nach Brisbane zurück an die Ostküste fliegen.

Montag, 9. Juni 2008

road trip durchs outback - Teil1

Montag, 12. Mai 2008 – 4.Tag

Adelaide à Parachilna (1.Tag Outback Safari)

Wir müssen viel zu früh aufstehen (5.30Uhr). Noch ahnen wir nicht, dass das die kommende Woche immer so sein wird. Jedenfalls werden wir von Nathalies unvergleichlichen Weckklingelton aus unseren süßen Träumen gerissen und packen unsere sieben Sachen.

Pünktlich um zwanzig nach sechs stehen wir am vereinbarten Treffpunkt, vor der Travel Agency ‚peterpans’. Hier können wir uns je einen Schlafsack leihen. Wir begutachten die ca. 30 anderen Leute, die sich mehr oder weniger ausgeschlafen mit uns auf der Straße versammelt haben und warten, dass was passiert. Der erste 20-Mann Bus nimmt knapp die Hälfte der Wartenden mit. Für sie geht’s nach Melbourne. Das dauert anscheinend nur drei Tage. Wir werden sechs Tage von Adelaide bis nach Alice Springs unterwegs sein. Gegen sieben ist dann auch unser Bus samt Anhänger und Busfahrer da und wir fahren los. Der Bus ist rappelvoll, so auch der Anhänger. Wir sind 22 Personen plus Ben, unser Busfahrer und Guide. Nach 10 Minuten fahrt drehen wir um...

...Ben hat vergessen, die geliehen Schlafsäcke mit in den sowie so schon rappelvollen Anhänger zu quetschen. Sie liegen immer noch bei ‚peterpans’. Nathalie und ich sitzen in der letzten Reihe des Bus. Wir kommen uns vor, als würden wir auf Notsitzen sitzen, da unsere Sitze circa 30 cm tiefer sind, als die aller anderen. Somit können wir leider weder durch die Frontscheibe schauen noch den Fernseher sehen... Das gleiche Schicksal teilt Neil. Er sitzt mit uns in der letzten Reihe, da er sogar noch später in den Bus eingestiegen ist als wir. Relativ schnell folgt auch dann unser erster offizieller Stopp. Klopause-Juhuu! Der zweite Stopp, soll ein Frühstück-Stopp sein (sofern man Chips und Cracker als Frühstück bezeichnen kann...mehr hat allerdings die Tankstelle in dem Örtchen Claire Valley auch nicht zu bieten). Beim darauffolgenden Stopp in Quornel (Beginn der Flinders Ranges) gibt es wieder etwas zu Essen. Wir müssen es allerdings selbst zubereiten und auch selbst abspülen, was erstaunlicherweise ganz gut klappt. Ben hat alles dabei, Teller, Tassen, Besteck und zwei Kühlboxen mit dem Essen für die nächsten Tage. Da wir nicht viel Zeit verlieren wollen, gibt es zu unserem ersten Mittagessen Sandwiches. Nachdem alle brav ihren Teller etc gespült haben und das Camping-Equipment wieder in den Anhänger gequetscht wurde, geht es weiter. Mittlerweile fahren wir schon durchs Nichts - Gott sei Dank auf einer befestigten Straße. Alles was wir sehen, (ein Fenster haben Nathalie und ich nämlich) gehört wohl schon zu den Flinders Ranges, die sich fast bis zur Grenze South Australia, Northern Territory ziehen. Bevor wir zum vierten Mal anhalten, verlassen wir die befestigte Straße und ziehen eine unglaublich riesige rote Staubwolke hinter uns her. Wir halten an den Ruinen einer ehemaligen Schafmähstation, die sich Kanjaka Homestead nennt. Auch wenn das nicht wirklich spannend ist, sind wir doch recht froh aus dem Bus auszusteigen und uns die Beine vertreten zu können. Jetzt machen wir auch zum ersten Mal mit den örtlichen Fliegen Bekanntschaft, die uns noch bis nach Alice Springs verfolgen werden. Sie sind einfach überall und jeder von uns entwickelt so langsam seinen eigenen Handwedel-Fliegenwegscheuch-Rhythmus. Ben belehrt uns, dass es, da Winter sei, überhaupt nicht so schlimm mit den Fliegen wäre. Im Sommer wären 10Mal so viele Fliegen da. Das stimmt uns natürlich nachdenklich. Wir fliehen dann aber alle doch recht schnell zurück in den klimatisierten Bus, natürlich nicht ohne den Rücken des einsteigenden Vordermanns von Fliegen zu befreien. Der nächste Stopp ist an den Jourambulla Caves, die laut Schild ein ‚aboriginal site’ sind. Zu den Höhlen mit den Aborigine-Schriften laufen wir zu Fuß und sehen unser erstes (lebendes) Kängeruh in freier Wildbahn (und 100.000 Fiegen). Beim nächsten Stopp gibt es wird Toiletten-Juhuu! Wir sind in Hawark. Hier gibt es sogar einen Supermarkt UND eine Tankstelle. Nathalie und ich decken uns mit Wasser und Keksen ein. Laut Ben ist es nicht mehr weit bis wir unserer heutiges Etappenziel erreichen. Gegen vier Uhr nachmittags sind wir dann in Parachilna. Dieser ‚Ort’ besteht aus einem Hotel, einem Hostel und einem Wendehammer. Wenn alle Bewohner da sind, beträgt die örtliche Population 7 Personen. Der Hostel-Inhaber scheint ein komischer Kauz zu sein. Gut, dass uns Ben vorwarnt, dass wir die Schuhe ausziehen müssen, bevor wir ins Hostel gehen, um einem Ausraster auf Seiten des Inhabers entgegenzuwirken. Die Toiletten und Duschen sind in einem Container, in der Nähe untergebracht. Also vor jedem Toilettengang Schuhe vor dem Hineinschlüpfen ausschütteln. Man kann ja nie wissen, was sich so auf die Veranda verirrt und verkriecht. Relativ schnell haben Nathalie und ich die Ortschaft samt Wendehammer erkundet. Wir sind auf der Suche nach einem „Achtung Kängeruh“ Straßenschild, finden aber nur eins mit „Achtung Lokomotive“. Vorbei an Parachilna fährt nämlich der längste Güterzug Australiens. Angeblich ist er 2,5km lang und braucht vier Minuten, um an einem vorbeizufahren. Wir verpassen fast den Sonnenuntergang, da wir noch schnell im Hellen duschen wollen. Zum Abendessen gibt es Kängeruh, Kamel und Emu in Würstchen und Steak-Form (und ich muss gestehen, Kängeruh schmeckt echt am besten).

Im Anschluss verziehen wir uns (mit ausgezogenen Schuhen) ins „Wohnzimmer“ und spielen mit dem spanischen Pärchen, Neil und Francesca (beide aus England), den Iren Bernie und Barbara, der Österreicherin Johanna, der Schweizerin Rebecca, dem Italiener Nico, dem Pärchen Marie (aus Berlin) und Rob (aus Malta) sowie dem Koreaner ein Kartenspiel, das uns die Spanier mit Begeisterung beibringen. Es heißt Killer-Police und macht echt Spaß. Unsere Kartenspiel wird vom Heranrauschen des längsten Güterzug Australiens unterbrochen, also raus auf die Veranda. Da es schon dunkel ist, kann man den Zug, der keine 20 Meter as uns vorbeirast nur schemenhaft erkennen. Nach 2 Minuten habe ich keine Lust mehr und außerdem kriege ich kalte Füße, also gehe ich wieder ins Wohnzimmer zurück - hier ist ja Teppich! Das Kartenspiel hat irgendwie seinen Reiz verloren, also entschließen wir uns über die „Straße“ zum gegenüberliegenden Hotel/Pub zu gehen. Davor brennt ein kleines Feuer, um das sich sowohl die vier Hotelgäste als auch wir scharren. Hier wird jetzt auch unserer erstes allabendliches Gruppenritual eingeführt – Marshmallows auf Stöckchen spießen und ins Feuer halten. (An dieser Stelle muss ich einmal Nathalie loben, die keine 6 Tage gebraucht hat, um diese Technik zu perfektionieren). Nathalie und ich gehören mit zu den ersten, die sich ins Bett verkrümmeln. (Natürlich haben wir uns beide vorher vorbildlich die Zähne geputzt nach dem ganzen Zucker!)

Dienstag, 13. Mai 2008 – 5.Tag

Parachilna à Rawnsley Park (2.Tag Outback Safari)

Heute dürfen wir laut Ben „ausschlafen“. Wer um halb acht noch nicht wach ist, wird vom ihm persönlich geweckt, damit wir auch ja rechtzeitig um acht weiterfahren können. Zum besonderen Leidwesen der letzten Reihe (also uns!) fahren wir eine Abkürzung. Da die Abkürzung leider keine befestigte Straße beinhaltet, holpern wir so zu sagen Querfeld ein. Nathalie und ich spüren jeden Stein und sind heilfroh, als wir wieder auf einer asphaltierten Straße landen. Wir halten im Resort Wilpena Pound, was mich unheimlich an den Yosemite National Park erinnert, den ich mit meinen Eltern und Christine während unseres Amerikaurlaubs im Sommer 2001 besucht habe. (Falls es jemanden interessiert die Besuchertoiletten sind einsame spitze!) Bevor es Mittagessen gibt, wird erst einmal gewandert. Die Wanderung ist viel mehr ein einziges Berg hochkraxeln, was Ben wohl unter wandern versteht (immer, wenn wir die nächsten Tage einen kleinen ‚Hike’ machen, werden wir einen Berg hinaufgescheucht werden). Sogar ich schaffe es bis ganz nach oben und bin noch nicht mal letzte. Auf dem Weg nach oben, hat keiner von uns eine Schlange gesehen, obwohl es laut Ben hier vor Schlangen nur so wimmelt. Wenn man übrigens auf eine Schlange trifft, soll man ganz still stehen bleiben und sich auf gar keinen Fall bewegen, geschweige denn weglaufen. Denn Bäume werden in der Regel von Schlangen nicht gebissen...aha!

Die Aussicht vom Plateau ist allerdings beeindruckend. Alles, was wir sehen zählt zu den Flinders Ranges. Der Abstieg erfolgt logischerweise um einiges schneller als der Aufstieg. Vielleicht liegt’s auch nur am Hunger der uns gemsenartig den Berg hinunterhüpfen lässt. Lunch findet dieses Mal als BBQ statt und es gibt Hamburger. Nachdem wir fleißig gespühlt und abgetrocknet haben, fahren wir weiter. Auf einer befestigten Straße - wie toll! Da kann man doch gleich viel besser ein Verdauungsschläfchen halten. Nach einer halben Stunde sind wir allerdings schon am Tagesziel angekommen - war wohl nichts mit Schlafen im Bus! Wir sind in Ramsley Park. Hier ist ein Hostel und ein Campingplatz. Es gibt sogar einen Pool! (Der aber geschlossen ist, da wir ja Winter haben...die spinnen, die Australier) Nathalie und ich machen jetzt unsere eigene kleine ‚Wanderung`, um den Rest der Anlage zu erkunden und stoßen auf ein „Achtung Pferde“-Schild. (Wo sind denn nur die ganzen „Achtung Kängeruh“-Schilder aus dem Reiseführer?) Zum Sonnenuntergang erklimmen wir den ‚Hausberg’ ganz nach Australier-Art in Flipflops (sehr schlau bei dem ganzen Staub und Steinchen-autsch). Sobald es dunkel ist, brennt auch schon wieder ein Feuer um das sich nach und nach alle versammeln. Ich tausche mich mit dem Spanier über typisch Spanische und Deutsche Musik aus. Dabei rauskommt, dass er die ganzen Party-Lieder wie das Zeug von Las Ketchup und überhaupt alles mit ‚bailar, bailar, saltar, saltar“ furchtbar findet. Er hört lieber Rammstein auch wenn er sich unter „Du hasst , du hasst mich“ nicht wirklich etwas vorstellen kann. Nathalie konzentriert sich in der Zwischenzeit völlig auf das Flambieren der Marshmallows.

Und so geht unser zweiter Tag der Safari zu Ende.

Mittwoch 14. Mai 2008 - 6. Tag

Rawnsley Park à Coober Peedy (3.Tag Outback Safari)

Heute müssen wir schon um fünf aus den Federn, denn um sechs geht es weiter Richtung Coober Peedy - wir haben also neun Stunden Fahrt vor der Brust! Es ist noch stockdunkel als wir in den Bus steigen. Zum Sonnenaufgang halten wir mitten auf der Straße an und gucken wie die Sonne über endlosem Nichts aufgeht. Auf unserem Weg nach Coober Peedy, der Opal Stadt Australiens, halten wir kurz in Port Augusta und Pimba. Nach 5 ½ Stunden Fahrt halten wir an einem riesigen Salzsee, dem Salt Lake Hart. Hier haben wir die Mögichkeit uns etwas länger die Beine zu vertreten, bevor es weiter nach Glenamboo, zum Lunch-Stopp, geht.

Gegen drei Uhr Nachmittag erreichen wir Coober Peedy, das sich selbst den Titel „ Opal Capital of the World“ gegeben hat. Hier werden wir heute wie alle Einwohner „underground“ schlafen. Ich hatte es mir so vorgestellt, dass man richtig unter der Erde schlaft, das ist aber nicht der Fall. Typisch für Coober Pedy ist nämlich, dass die Einwohner in sogenannten „dughouses“ wohnen. Dies sind teilweise auf der Suche nach Opal leer geschaufelte Höhlen in die Hügel Coober Peedys hinein. Wir schlafen also eher in einem Berg als „underground“. Doch ans Schlafen ist noch lange nicht zu denken. Nachdem wir unsere Zimmer im Untergrund-Hostel bezogen haben, machen wir eine Führung durch die Miene nebenan mit. Im Anschluss laufen Nathalie und ich wie auch schon die Tage zuvor zu zweit noch einmal die nähere Umgebung ab. Leider dämmert es schon und so entschließen wir uns nur die örtliche ‚underground church’ und den Supermarkt zu besichtigen. Hatte wird nicht gekocht, heute essen wir mit der ganzen Gruppe auswärts, denn Vanessa (Spanien) und Kim (Australien) haben beide Geburtstag. Im Anschluss ans Pizzaessen, steppt in unserer Höhle der Bär, denn es gibt Musik und handgemachte Sangria der Spanier.

Sonntag, 1. Juni 2008

Kangaroo Island - Wo sind die Kängeruhs?

Freitag, 9.Mai 2008 – 1.Tag

Sydney à Kangaroo Island

Unsere Reise beginnt Freitag morgens. Wir haben nicht gerade viel geschlafen, denn gestern Abend war das Abschieds-Dinner für gewisse Jahrgänge und uns abroad students mit anschließender Party in Manly. Ich quäle mich gegen 6.30Uhr aus dem Bett. Um 10Uhr sollen alle Studenten ausgecheckt haben. Nathalie und ich wollen die ‚Auscheck-Schlange’ umgehen, damit wir nicht noch im schlimmsten Fall nicht rechtzeitig zum Flughafen kommen, unseren Flug verpassen und wir dann somit unsere ganze detailliert geplante Reise in die Tonne treten können....

Nathalie ist vor mir fertig und hilft mir meine letzten Sachen zusammenzupacken. (Eigentlich fliegt gar nicht mehr so viel beim mir herum, da Nathalie und ich gestern schnell unser ‚Großgepäck’, was nicht mit auf Reisen gehen soll, in meiner Wohnung abgestellt haben. Auf unserem Flur sind überall heulende Amerikanerinnen, die (wahrscheinlich gerade erst von der Party zurück) den Flur auf- und ablaufen und lautstark mit wehleidiger (leider sehr lauter) Stimme verkünden, wie traurig, dass alles wäre, dass die Zeit hier jetzt um sei und wir uns alle ja niiieeee wiiiieeeeder sehen würden... Auch Nathalie und ich fallen einigen Amerikanerinnen in die Finger, die uns herzen, vollschluchzen und sich einfach sooooo gefreut haben uns kennengelernt zu haben (auch wenn sie nicht einmal unsere Namen wissen). Schließlich stehen Nathalie und ich , flankiert von Rike und Vera an der Einfahrt zum College und warten auf unser Flughafenshuttle.

Das Taxi kommt, Nathalie und ich fahren, Vera und Rike bleiben zurück. Ihnen bleibt noch etwas Zeit, bevor auch Sie beide zum Flughafen müssen. Rike fliegt nach Hause, Vera nach Dubai zum Praktikum.

Unser erster Flug (wir haben insgesamt vor vier Mal während unseres Trips zu fliegen) bringt uns nach South Australia, genauer gesagt nach Adelaide. Nathalie war schon einmal hier, zum Beach-Volleyball gucken. (Habe schon wieder vergessen, wie das Turnier hieß, ich weiß nur noch, dass swatch Sponsor war und dass ein deutsches Team ebenfalls gespielt hat. Witzigerweise haben die beiden Herren fleißig bei uns in Manly am Strand trainiert, so dass wir ein wenig unauffällig zuschauen konnten). Wir profitieren jetzt von Nathalies Ortskenntnissen und landen schnell dort, wo wir hinwollen. Wir sind nur viel zu früh da. Deshalb setzten wir uns vor einen Pub in die Sonne (wir sind die einzigen Gäste) und nehmen einen kleinen Mittagsimbiss zu uns. Schließlich zuckeln wir zum gegenüberliegenden Busbahnhof, wo wir in einen Bus einsteigen, der uns in eineinhalb Stunden zur Fährstation für Kangaroo Island bringt.

Im zweiten Semester hatten wir die Vorlesung Tourismus- und Freizeitmärkte bei Herrn Peltier. Als Fallbeispiel hatten wir unter anderem Kangaroo Island bearbeitet, deshalb haben Nathalie und ich uns entschlossen diese Insel als Stopp mit in unsere Reiseroute aufzunehmen.

Es ist schon dunkel, als wir gegen 18.00Uhr die Fähre nehmen. Als wir die Fähre verlassen, befinden wir uns in Penneshaw. Leider haben wir überhaupt keine Orientierung, da es stockdunkel ist, aber ein freundlicher Fährmitarbeiter sieht trotz Dunkelheit unsere ratlosen Gesichter und erklärt uns, dass es zum Hostel nur 5 Minuten sind und dass wir den linken Weg einfach entlang gehen sollen. Wir sind wirklich keine 5 Minuten später am Hostel, wo uns ein sehr freundlicher Herbergsvater in Empfang nimmt. Wir sind die ersten, die einchecken und haben somit freie Bettwahl. Auch eine Karte, die uns zur ersten Orientierung dienen soll, bekommen wir vom Herbergsvater persönlich skizziert. Im Großen und Ganzen hat Penneshaws ‚Stadtkern’ nicht wirklich viel zu bieten. Folgt man der Straße hinter dem Hostel kommt rechts ein Cafe (geschlossen), rechts das örtliche Businesscentre, das nur aus der Post und einem Marklerbüro besteht (geschlossen). Gegenüber vom Businesscentre ist der örtliche Supermarkt mit Getränkeshop (hat noch eine halb Stunde auf). Dem Straßenverlauf weiterfolgend kommt man rechts an der Tankstelle und links am Pub/Restaurant vorbei. Jetzt befindet man sich auf der Straße parallel zum Hostel. Hier gibt es ein Hotel, einen Fish and Chips Laden (schließt gerade) und einen Pizza-Laden. Die weitere Straße mündet am Fähranleger.

Das ist Penneshaw. Wie wir die nächsten zwei Tage feststellen werden, ist es hier ‚sehr ruhig’. Die Pizzeria hat sogar bis halb neun geöffnet, deshalb entschließen wir uns Pizza zu Abend zu essen. Auf unserem Rückweg zum Hostel sehen wir kleine Penguine, die auch Fairy (also Märchen) Pinguine genannt werden, ab und an neben der Straße entlang watscheln. Selbst wenn man sie nicht sieht, kann man sie durch die Stille hindurch die ganze Zeit schnattern und fiepen hören (oder was immer Pinguine auch für ein Geräusch machen).

Samstag, 10. Mai 2008 – 2.Tag

Kangaroo Island

Für heute haben wir eine Tour gebucht. Mit dem Veranstalter ist vereinbart, dass wir um 9.25Uhr vom Hostel abgeholt werden. Frühstück besorgen wir uns die Straße hoch im Supermarkt (der ja von 8Uhr bis 20Uhr geöffnet hat). Der Tourbus, der uns abholt, gleicht einem Graf-Reisebus, nur das der Anbieter hier Sealink heißt. Nathalie und ich verstehen auch direkt, warum wir in so einem großen, recht sperrigen aber komfortablen Bus auf Tour gehen. Unser erster Stopp ist direkt am Fähranleger (da hätten wir gerade noch hinlaufen können...). Hier holen wir den Rest der Gruppe, der sich auf der herannahenden Fähre befindet, ab. Das Durchschnittsalter der restlichen Gruppenmitglieder schätzen Nathalie und ich auf ungefähr 66. Aber wie heißt’s so schön: Mit 66 Jahren....

Wir sind nun vollzählig. Dass es auch Vorteile hat, wenn man mit einer etwas reiferen Reisegruppe unterwegs ist, ist für uns auch schnell klar. Zum einen spricht unser Busfahrer Dave laut und deutlich, zum anderen machen wir überdurchschnittlich viele Klo-Pausen...

Unser erster Stopp nach circa eineinhalb Stunden Fahrt ist die Seal Bay. Hier darf man unter Aufsicht eines Rangers unglaublich nah an den Strand zu den Robben. Die meisten dösen sowieso in der Sonne und scheinen sich an unsere Anwesenheit kaum zu stören. Nur die kleineren sind neugieriger und robben sogar in unsere Richtung, was für uns heißt „Schritt zurück“, damit sich die Robbenmutter keine Sorgen machen muss. Unserer nächster Stopp ist zum Mittagessen. Wir essen in einem sehr modernen Speisesaal, der wohl extra für die Fütterung der Touris gebaut wurde. Dann geht es zu Fuß (ca 5 Minuten – man möchte die Reisegruppe ja nicht überfordern) ‚um die Ecke’ zur Bird Show. Als wir wieder im Bus sitzen und durch den ‚Bush’ fahren, kann man ganz deutlich das Ausmaß der letzten Brände, die durch Blitzeinschlag verursacht wurden sehen. Das scheint allerdings wohl normal zu sein, denn man kann jetzt schon sehen, wie sich die Bäume, Büsche und Pflanzen regenerieren. Ganz deutlich sieht man es bei den Bäumen, die einfach ihre äußere Rinde abpellen lassen - Darunter ist ein neuer schöner Baum.

Als wir bei den ‚Remarkable Rocks’ anhalten, regnet es. Nicht so tragisch, denn dadurch spannt sich ein Regenbogen direkt über den Rocks. Wenn das mal nicht „remarkable“ ist...

Weiter geht’s zum Admirals Arch. Warum dieser Felsbogen so heißt habe ich vergessen... Allerdings wimmelt es hier nur so von Seelöwen und zwar australischen und neuseeländischen. Die einen sind mehr braun und die anderen mehr schwarz. Ich habe blöderweise auch vergessen, welche Seelöwen-Nationalität welche Fellfarbe hat. Wieder zurück in Penneshaw verirren Nathalie und ich uns wieder in die Pizzeria. Die Besitzer erkennen uns sofort wieder (was auch nicht so verwunderlich ist, da wir gestern anscheinend die einzigen nicht einheimischen Gäste in der Pizzeria waren). Gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Penguin Centre, das übrigens genau zwischen Fähranleger und Hostel liegt. Hier machen wir mit einer Schwedin und einem betagten Einheimischen eine Pinguin-Führung mit. Die Pinguine sind nämlich zur Straße hin eingezäunt, damit sie von den Autos, die die Fähre verlassen oder in deren Bauch fahren nicht platt gemacht werden. Wir laufen über eine Art Boardwalk (Holzsteg) und sind mit speziellen Taschenlampe ausgestattet, damit die Pinguine nicht geblendet werden. Wir haben sogar Glück und sehen den berühmten „Penguin-Kiss“ (Eigentlich ist mehr ein gegenseitiges mit dem Schnabel an Hals und Kopf Kratzen, sieht aber trotzdem sehr knuffig aus) Witzigerweise stehen die meisten Pinguine vor dem Türchen, was sie von der Straße trennt... Wir quetschen uns also wie im Streichelzoo durch das kleine Gatter, stets darauf bedacht, dass zwischen unsere Beine hindurch kein Pinguin hüpfend auf die Straße entwischt.

Zurück im Hostel wollen wir den Herbergsvater nach Mietfahrrädern fragen, denn im Lonely Planet (mein Reiseführer) steht, dass man im Hostel selbst Fahrräder mieten kann. Als wir fragen, lacht sich unser Herbergsvater kaputt und sagt, dass das theoretisch stimme, er aber vor 8 Wochen beschlossen habe, dies nicht mehr anzubieten, da die Versicherung erhöht worden wäre. Er zeigt uns sogar noch den schlecht ausgewischten Platz auf der Tafel, die Vorschläge aufweist, was man in Penneshaw so Tolles unternehmen kann. Jetzt da er das Fahrrad-Mieten nicht mehr anbietet, fügt er hinzu, würden andauernd Leute danach fragen. Da das mit dem Fahrrad mieten für den morgigen Tag wohl nichts wird, vertraut er uns seine Wanderkarte an und empfiehlt uns einen Weg bis zum Ende der Bucht, wo man dann auch Wallabies und vielleicht sogar Delphine sehen könne. An diese Karte werden wir uns morgen halten, um die Umgebung von Penneshaw (zu Fuß) zu erkunden.

Sonntag, 11. Mai 2008 – 3.Tag

Kangaroo Island à Adelaide

Nach ausgiebigem Frühstück im Garten des Hostels stiefeln wir los, den vom vergangenen Abend empfohlenen Wanderweg zu erkunden. Erst geht’s den Strand entlang, dann folgen wir vorbei an sämtlichen Ferienhäusern Pennshaws der Straße. Schließlich landen wir auf dem ‚richtigen’ Wanderweg. Da es sich um einen kleines Reservat handelt, werden wir auf Schildern angehalten, uns bitte die Schuhe abzuputzen, damit wir nicht irgendwelche Sporen auf dem weiteren Pfad mit uns mitschleppen, die dann die Pflanzen zerstören könnten. Wir streifen uns also mit wunderschönem Blick aufs Meer an einer Fußputzmatte, die mitten auf dem Pfad festgenagelt ist, die Schuhe ab und setzten unsere kleine Wanderung fort. Den letzten Teil des Weges wird es schattiger, da hier kleine Büsche und Bäume stehen. Hier sehen wir auch unsere ersten Wallabies in freier Wildbahn. Unter ihnen ist sogar ein kleines Albino-Wallaby, das sich in einem Busch direkt am Weg postiert hat und zuguckt, wie wir vorbeischnaufen. Der Weg endet auf einer Art Lichtung. Hier können wir sowohl Penneshaw sehen, dass jetzt winzig klein in der Bucht liegt als auch das Festland. Leider sehen wir keine Delphine, aber wir haben immerhin ein Albino-Wallaby gesehen! Eben dieses sitzt immer noch an seinem angestammten schattigen Plätzchen als wir ein zweites Mal, dieses Mal auf unserem Rückweg, vorbeikommen. Rundweg Nummer eins von dreien haben wir nun schon hinter uns und wir haben weniger als 2 Stunden gebraucht. Also laufen wir schnell noch die zwei anderen Rundwege innerhalb von Penneshaw ab (Hier ist sogar ein Golfplatz - wer hätte das gedacht). Es ist jetzt circa zwei Uhr und wir haben unser vorgenommenes Tagespensum schon abgearbeitet. Was nun? Unsere Fähre fährt erst um sieben. Wir haben demnach noch fünf Stunden zu füllen... Als erstes landen wir im Penguin Stop Cafe, das praktischerweise geöffnet hat und wir verbringen einige Zeit damit draußen zu sitzen und eine heiße Schokolade und einen Capuccino zu schlürfen. Wir machen uns auf den Weg zurück zum Hostel, was keine 2 Minuten in Anspruch nimmt. Leider können wir nicht ins Internet, da man dies bezahlen muss und laut Schild der Herbergsvater erst in zwei Stunden wieder zurückkommt. Also bleiben wir im „Wohnzimmer“ des Hostels, kuscheln uns in die Sessel und durchstöbern Magazine, die zwischen 3 Monaten und einem Jahr alt sind. So kriegen wir auch wieder etwas Zeit herum. Wir laufen zur Pizzeria, aber die ist noch geschlossen. Also überbrücken wir die nächste Stunde mit einem Gläschen Wein beim örtlichen Winzer und checken im Anschluss unsere emails am Computer des Herbergsvaters persönlich. Bevor es auf die Fähre geht, machen wir noch einen kleinen Abstecher zur Pizzeria und essen dort ein letztes Ma(h)l. Die Fähre bringt uns zurück nach Cape Jevis. Hier steigen wir, wie auch schon auf dem Hinweg, in den Bus um, der uns zurück nach Adelaide bringt. Schließlich sind wir am Hostel und haben sogar ein Zimmer nur für uns. Bevor wir endlich ins Bett fallen, laufen wir noch einmal schnell um den Block zum nächsten Geldautomaten und statten uns beide mit einer 1,5Liter Flasche Wasser aus, denn morgen beginnt unsere 6-Tage Safari ins Outback!

Lebenszeichen

Hallo nach Deutschland! Ja, mich gibt es noch und ja, mir geht es gut.

Heute ist mein zweiter Tag ganz alleine in Sydney, da Nathalie vorgestern nach Hause geflogen ist.

Ich werde somit wieder häufiger blogen, da ich Klausurphase und Rundreise beides erfolgreich hinter mich gebracht habe.

Hier nun ein kleiner Rückblick, da mein letzter Eintrag ja nun doch schon eine ganze Weile her ist!

Mitte April bis Anfang Mai war es einfach nur stressig, da wir (Rike, Nathalie, Vera und ich) uns durch einen Wust von Hausarbeiten in Form von Logbüchern, Case Studies and Journal Article wühlen durften.

Da vom 28.April bis zum 1. Mai keine Vorlesung sondern Studierwoche war, habe ich mich entschieden, schon mal im Weltjugendtagsbüro mit zu helfen. Zwei Wochen vorher jeweils dienstags hatte ich schon beim Registrierungsteam vorbeigeschaut, da mein Interview erfolgreich verlaufen war. Ich habe somit schon eine genaue Vorstellung, was auf mich zukommen wird, wenn ich jetzt Montag für die nächsten Wochen ins Büro zurückkehren werde. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und direkt als vollwertiges Teammitglied eingespannt, was das abzuarbeitende Pensum betraf!

Am 2.Mai habe ich die Schlüssel zu meiner ersten eignen Wohnung entgegen genommen. Vorher hatte ich mich bei Aldi in Manly mit Putzutensilien ausgestattet, da die Wohnung für australische und erst recht für französische oder chinesische Vormieter ausreichend sauber erschien, nicht aber unbedingt für meine Wenigkeit...

Fix und alle war ich abends wieder in Manly und schloss mich dem Lernmarathon von Rike, Nathalie und Vera an. Ich hatte das Glück meine Fächer so gewählt zu haben, dass ich überraschenderweise nur 2 Klausuren schreiben musste. Alle anderen ‚durften’ 4 Klausuren schreiben.

Seit Mittwoch Abend wohne ich nun offiziell in meiner ersten eigenen Wohnung. Eigentlich ist es eher ein Zimmer mit Bad, sowie einer kleinen Küchenzeile. Neulich erzählte mir ein Taxifahrer, dass das Gebäude, in dem ich nun ein ‚Studio’ bezogen habe, früher mal ein Hotel gewesen war. Dies erklärt somit auch die Größe meines Schlaf- und Wohnzimmers mit Küchenzeile und extra Bad. Auch der ehemalige Minibar-Kühlschrank unterm Fernseher erinnert ebenfalls an ein Hotelzimmer... Ich habe zwar einen Fernseher und sogar einen dvd-player (der es allerdings vorzieht nur die ersten 5 Minuten Filme in bunt zu zeigen und sie dann doch lieber in schwarz-weiß abspielt....) leider jedoch kein Internet oder ein Festnetztelefon. Ich werde meine emails somit künftig im Büro checken oder ins nahegelegene Internetcafe gehen (skype und icq habe ich dort ebenfalls) und dort meine Korrespondenz nach Hause abwickeln J

Ich werde jetzt die nächsten Tage immer wieder Teilberichte meiner Reise mit Nathalie hineinstellen. Ich werde eine Weile brauchen bis ich alles verschriftlicht habe, was die letzten drei Wochen passiert ist. (Danke noch mal für deine Reisenotizen, Nathalie!)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich auf eure Kommentare!

Liebe Grüße aus Surry Hills, Sydney!

Eure Lotte