So, noch einmal ein paar ausführlichere Infos zu meinem ‚Bridge Climb-Erlebnis’, damit alle zukünftigen Bridge Climber unter euch wissen , was euch erwartet.
Das Bridge Climbing-‚Büro’ liegt recht versteckt in ‚The Rocks’. Dieser Stadtteil schließt sich direkt an den Hafen selbst an und reicht teilweise bis zum Darling Harbour. Trotz Broschüre mit Wegbeschreibung fanden Rike und ich eher zufällig den Eingang zum Bridge Climb Quartier. Wir hatten einfach die zurückkehrenden Climber auf der Brücke beobachtet, die schließlich in einem Loch in der Wand eines Grundpfeilers der Brücke verschwanden. Da wir rechtzeitig mit der Fähre nach Sydney übergesetzt waren, waren wir immer noch gut in der Zeit. Deshalb wurden wir bei der Anmeldung gefragt, ob wir nicht schon mit der ‚Viertel-vor-drei-Gruppe’ anstatt der ‚Viertel-nach-drei-Gruppe’ die Brücke erklimmen wollten. Wir wollten und somit saßen wir brav wartend auf einer Bank, studierten Fotos von Kylie Minogue über Al Gore, die natürlich auch schon die Brücke erklommen hatten. Nachdem wir den 5-minütigen Imagefilm schon fast auswendig konnten, ging’s endlich los. Zunächst wurden wir in einen separierten Raum geführt, hier durften wir (unsere Gruppe bestand aus 12 Personen) einen Bogen für unser Zertifikat ausfüllen (damit unser Name hinterher auch richtig geschrieben war) sowie eine Runde ‚Pusten’. Dadurch dezimierte sich unser Grüppchen auf 10 Personen, die in den nächsten Raum geführt wurden. Unser ‚Anzugausstatter’ betraute uns mit der Aufgabe uns gegenseitig vorzustellen, während er uns passende Anzüge raussuchte. Wir durften uns in kleinen Umkleidekabinen bis auf die Unterwäsche ausziehen (da die Luftfeuchtigkeit 100% betrug und man auch so schon wie die Sau schwitzen würde) und pellten uns in diese todschicken Anzüge. Wie gesagt, bis auf Unterwäsche, Socken, Turnschuhe und Sonnenbrillen mussten wir alles abgeben und einschließen. Ich musste sogar meine Haarnadeln raus machen...(Nichts sollte die Autofahrer blenden oder die Brücke überquerenden Fußgänger erschlagen). Um zu gucken, dass wir nichts ‚Gefährliches’ unter unserem Anzugversteckt hatten, ging’s als nächstes durch einen Metalldetektor. Und wer piept?... Richtig, ich! (Durfte aber trotzdem weiter mitmachen J; mittlerweile waren auch wieder die zuvor verschollenen Iren (oder waren es Amerikaner) trotz ihrer ‚leichten’ Fahnen wieder Teil unserer Gruppe.) Unser ‚Ausstatter’ übergab uns nun unserem Guide, der uns als erste Amtshandlung mit reichlich Accessoires versorgte: Sicherheitsgurt und Halterung sowie Brillenbändchen, Schweißtuch und auf Wunsch einer Capi. Jetzt ging’s durch einen kleinen Übungspacour, wo wir mit unserem Equipment das Hoch- und Herunterklettern einer Leiter übten. (Auf den Leitern darf nämlich immer nur eine Person sein...). Als nächstes bekamen wir unsere ‚Kopfhörer’, damit wir auch alles mitbekommen würden, was uns unser Guide erzählte. Die Kopfhörer waren recht speziell; wir mussten sie nicht in die Ohren stöpseln, sondern eine Verbindung zu einem Knochen (Ohr, Wange) herstellen. Immer wenn unser Guide sprach vibrierte dann der Knochen und man könnte alles hören, so als ob er direkt neben einem stände. Jetzt ging’s endlich los. Auch wir kletterten aus dem Loch, in das wir zuvor eine andere Gruppe hatten verschwinden sehen. Über die unteren Längsbalken und dann vier Leitern hoch landeten wir schließlich über der Autofahrspur der Brücke. Dadurch erschien praktischerweise alles nur halb so hoch. Wir hatten genügen Zeit die Brücke hoch zu bummeln, da vor uns noch weitere Gruppen waren. Neben nützlichen Infos (weiß nur noch das am Tag im Schnitt 800 Leute die Brücke hochgescheucht werden....), war unser Guide auch noch als Fotograph tätig. Wir durften ja keine Fotoapparate mit hinauf nehmen. Das Wetter war einfach unglaublich gut und durch den beständigen Wind war es trotz Hitze recht gut auszuhalten. Viel zu schnell waren wir am höchsten Punkt der Brücke und gingen über den Querbalken zur anderen Seite und wieder hinunter. Reicht schnell hatten Rike und ich uns aus unseren Anzügen gepellt und den Feedbackbogen ausgefüllt, so dass wir uns die Fotos anschauen konnten (siehe rechts). Schließlich machten wir uns zurück auf den Weg zum Circular Quay, wo Vera und Nathalie auf uns warteten. Die beiden hatten uns vom Opernhaus aus versucht zu fotografieren und doch sogar tatsächlich die richtige Gruppe abgelichtet, auch wenn wir nicht viel größer als Ameisen waren. Die beiden waren shoppen gewesen und Nathalie hatte mir freundlicherweise von einem Markt in Chinatown einen $20-Koffer gekauft. Damit ich für meine Reise an die Gold Coast über Ostern nicht meinen riesigen Koffer mitschleppen muss.
Direkt am Hafen aßen wir eine echt italienische Pizza und fuhren gemütlich mit der Fähre zurück nach Manly.
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