Freitag, 14. März 2008

Wochenende in Melbourne

Jetzt hat mich Achim ja ein bisschen unter Druck gesetzt (siehe erster Kommentar beim ‚Bridge-Climb-Post’). Habe gerade eben mein erstes ‚Assignment’, das ich übermorgen abgeben ‚darf’, fertig gestellt (endlich!!!), muss jetzt nur noch Nathalie um Hilfe beim Formatieren bitten, da ich seit der letzten halben Stunde mit Kopfzeilen und Seitenzahlen sowie Abschnittsumbrüchen auf Kriegsfuß stehe...


Philipp Island
So, dann fange ich mal von vorne an. Am 29. Februar habe ich mich gegen 3.20 Uhr widerstrebend aus dem Bett gerollt, damit Nathalie, Jutta und ich auch auf jeden Fall unser Flughafentaxi um 4 Uhr früh am College–Tor kriegen konnten. Das Taxi war auch pünktlich da und wir zuckelten durch sämtliche Vororte Richtung Flughafen. Dieses Mal allerdings zum Terminal, von dem die Inlandsflüge aus starten.

Wir fliegen mit Jet Star (vergleichbar mit Easy Jet, German Wings etc.). Am Schalter reicht der Pass und schon bekommen wir unsere Tickets (2te Reihe), auch die Security Kontrolle ist schnell passiert (auf den Inlandsflügen darf man Flüssigkeiten mitnehmen!!!! Auch Shampooflaschen, Deo etc.)
Wir fliegen um 6 Uhr los und sind eine knappe Stunde später in Melbourne... bzw. am Flughafen Melbourne-Avalon, der eine Stunde außerhalb von Melbourne liegt. In der Arrival-Halle gibt es ‚ein’ ganzes Kofferband, auf dem jeder Koffer erst einmal von einem Deutschen Schäferhund mit Polizist als Unterstützung beschnuppert wird. Wir und alle anderen Passagiere quetschen uns jetzt vor dem Bus-Shuttle Schalter Richtung Melbourne.

Schließlich kommen wir an der Southern Cross Station in Melbourne an. Wenn wir jetzt nur wüssten, wie wir am besten zum Hostel kommen. Auch hier in Melbourne hält man nichts von Fahrplänen an den Bushaltestellen und wir haben überhaupt keinen Plan in welche Richtung wir uns orientieren sollen. Also ab ins nächste Taxi. Nach 5 Minuten sind wir am Ziel (war wohl doch nicht soweit, wie es auf dem Plan aussah). Mittlerweile ist es kurz vor 10. Wir dürfen im Hostel allerdings noch nicht einchecken (das darf man erst nach 12, bis 12 darf man nur auschecken). Also schließen wir unser Gepäck weg und verkrümeln uns dann in den Aufenthaltsraum bzw. Frühstückssaal. Um 10.45 Uhr holt uns Andrew unser Autopia Tours Guide mit einem 24-Mann Bus ab. Unser Hostel ist die erste Station, um die Teilnehmer für die Tagestour einzusammeln. Nach einer Stunde und sechs weitern Stopps inklusive Melbourne Rundfahrt ist der Bus voll. Andrew betet fröhlich per Mikro-Headset, während er fährt, das Tagesprogramm herunter. Er schließt mit den Worten, wir würden erstmal ein Stündchen fahren bis wir unseren ersten Stopp erreichen und schlägt vor, wir sollten ein kleines Nickerchen machen. Er würde jetzt Musik einschalten, damit wir uns entspannen könnten. Es ist der lokale House und Techno Radio-Sender, aber ich schlafe trotzdem fast sofort ein.

Auf unserem Weg nach Philipp Island halten wir in einer Koala Nursery, wo es neben Koalas, auch Wombats und Kängeruhs zu bestaunen gibt. Hier gibt es sogar Mittagessen. Wombat Wilma pennt leider die ganze Zeit, als wir sie besuchen. Deswegen geht’s weiter ins Wallaby- (Mini-Kängeruhs) und danach ins Kängeruhgehege. Hier kann man wie im Streichelzoo die Tiere füttern und streicheln. Und natürlich Fotos machen. Nathalie sind die großen Kängeruhs etwas suspekt und sie reagiert jedes Mal recht unentspannt, wenn sich ihrem Futterschälchen ein über ein-Meter großes Kängeruh nähert.
Zurück im Bus hören wir weiter den lokalen Techno-Sender. Als wir schließlich Philipp Island erreichen, halten wir zunächst einmal am Woolamai Surf Beach. Hier haben wir eine knappe Stunde Aufenthalt, trauen uns aber nicht ins Wasser zu gehen, weil es doch recht frisch ist und wir kein Handtuch dabei haben. Also vertreiben wir uns dir Zeit mit ‚Sprungfotos’ (siehe rechts). Weiter geht’s zum Pyramid Rock. Hier sollen wir aufpassen, dass wir nicht aus versehen auf eine Schlange latschen - beruhigend... 10 Minuten später, fahren wir (alle unverletzt und ohne eine Schlange gesichtet zu haben) weiter. Der nächste Stopp ist am Nobbies Boardwalk. Hier gibt es neben einer Seelöwenkolonie (die aber gerade nicht vor Ort ist) kleine Pinguine in ihren Höllen zu bestaunen. Hier dürfen wir die Pinguine auch fotografieren, was uns später während der Pinguin Parade untersagt ist. Doch bevor wir uns auf den Weg zum Highlight des Tages, der Pinguin Parade, aufmachen, gibt es erstmal Abendessen – Pizza! Kurz vor acht sind wir auf dem Gelände der Pinguin Parade angekommen. Wir können uns recht gute Plätze unten auf der Tribüne direkt am Strand sichern. Einige Ranger passen auf, dass die Haufen von Touristen (80% Asiaten) auch ja auf der Tribüne bleiben, um die Pinguine nicht zu stören. Die Sonne geht unter und es ist richtig kalt. Gut, dass es im Souvenirshop auch Decken zu kaufen gibt. Pünktlich um halb neun schwimmen die ersten vier Pinguine getragen von den Wellen auf den Strand zu. Bis sie endlich mal aus dem Wasser heraus sind, dauert es etwas. Zu viert stehen sie da und warten anscheinend auf den Rest. Sobald die nächste Kleingruppe angekommen ist, setzt sich die Vorhut am Strand in Bewegung Richtung Dünen und Höhlen – natürlich im Gänse äh Pinguin-Marsch. Wir dürfen nicht fotografieren, da die Pinguine gerade von der Nahrungssuche kommen und sie ein Blitzlichtgewitter nur verwirren würde. Sie würden orientierungslos umherwatscheln und nicht mehr ihre richtige Höhle finden, wo die kleinen Pinguine schon aufs Abendessen warten. Manche Pinguine sind so voll gefressen, dass sie kaum noch laufen können. Gegen 10 geht’s zurück nach Melbourne. Am Hostel angekommen, können wir endlich einchecken und fallen um halb eins todmüde ins Bett...


Great Ocean Road
Der Wecker klingelt um 6! Raus aus den Federn. Gemeinsam mit Nathalie schleiche ich mich aus unserem 8 Bett-Zimmer. Nach dem Duschen sitzen wir unten beim Frühstück und warten erneut auf den Autopia Tour Bus. Dieses Mal holt uns um 7.15Uhr Kate ab. Sie hört leider etwas ausgefallene, unter anderem französische Musik, dass sich einem die Fußnägel hochrollen. Fast alle in unserem Bus haben ihre Ipod-Ohrstöpsel drin und so tuckern wir Richtung Great Ocean Road. Unser erster (Klo-)Stopp ist Bells Beach – der Surf Beach überhaupt (angeblich...). Hier wurde auch die Welle für den Film Point Break mit Keanu Reeves gefilmt. Weiter geht’s zum Twist Lighthouse. Hier gibt es erstmal Kaffee und Tee sowie Kekse als Frühstücksersatz. Das nächste Etappenziel ist der Great Ocean Road Torbogen. Auch hier wimmelt es nur so von Asiaten, aber wir schaffen es dann doch uns für ein Foto vorzudrängeln. Kate kutschiert uns unter fachkundigen Bemerkungen Richtung Lorne (auch hier gibt’s eine Klopause!). Weiter geht’s Richtung Koala Cove. Hier steigen wir aus und suchen die umherstehenden Ekalyptusbäume nach wilden Koalas ab. Wir sehen nicht nur schlafende, sondern sogar auch einige wache fressende Exemplare. Beim nächsten Stopp hält unser Bus in der Apollo Bay an. Hier wimmelt es nur so von Australiern (!). Wir verbringen in einem Café im Schatten unsere Mittagspause. Um unser Mittagessen zu verdauen, steht jetzt ein ‚Rainforest Walk’ an. Der Parkplatz ist mit Bussen (kleinen und großen) allerdings so überfüllt, dass wir ohne Kate aussteigen und den ausgeschilderten Walk ablaufen. Kate hatte, nachdem sie zwei erfolglose Einparkversuche hinter sich gebracht hat, beschlossen im Bus auf uns zu warten. Aus dem ‚Rainforest’ wieder im Bus sitzend, tuckern wir Richtung ‚12 Apostels’. Das ist anscheinend der Touri-Punkt schlecht hin, den der Parkplatz mit Besucherzentrum ist einfach gigantisch und fast voll besetzt. Wir lassen uns also mit der Menge mitziehen und halten nach guten Aussichtspunkten Ausschau von denen es sich gut fotografieren lässt. Kate fährt uns jetzt 10 Minuten Richtung Hubschrauber Landefeld. Hier heben wir nach einer 2 Minuten Sicherheitsinstruktion (ich habe nichts verstanden, es ist einfach zu laut und der Typ nuschelt so) ab. Hubschrauber fliegen ist echt cool. Es ist weniger wie Flugzeug fliegen, eher wie Autofahren. Wir fliegen also zurück Richtung ‚12 Apostels’ und über sie hinweg. Viel zu schnell geht’s zurück und wir landen. (Keiner von uns hat sich übergeben, was wir anfangs noch befürchtet hatten.) Als nächstes sehen wir uns die Bucht Loch Ard Gorge an (hier ist irgendwann irgendwer zum ersten Mal mit seinem Schiff angelandet...). Weiter geht’s Richtung London Bridge. Diese Felsformation hat noch vor einigen Jahren aus 2 Bögen bestanden, einer ist allerdings eingekracht. (Zu dem Zeitpunkt befanden sich sogar einige Touris auf dem noch heilen Bogen. Die haben damals ihren Hubschrauberflug gratis bekommen.) So langsam geht die Sonne unter und Kate tuckert mit uns zurück Richtung Melbourne. Heute sind wir früher im Bett. Wir sind sogar noch so fit, dass wir in einer Bar mit gewöhnungsbedürftigen Publikum noch etwas trinken.


Melbourne
Heute geht’s schon wieder zurück. Wir checken vorbildlich gegen 10 Uhr aus und machen uns mit Koffern im Schlepptau Richtung Queen Victoria Market auf. Im Anschluss wollen wir mit der alten, traditionellen Straßenbahn fahren, die Touristen kostenlos zur Verfügung steht und einen mit Audiokommentar durch die Stadt fährt. Leider ist heute Sonntag und 70% der Fahrgäste sind garantiert keine (!) Touristen. Wir beschließen also nicht länger als nötig mit dieser Straßenbahn zu fahren, weil man Dank der ganzen Nicht-Touristen eh nicht aus dem Fenster gucken kann, geschweige denn aufgrund der vorherrschenden Lautstärke dem Audiokommentar vom Band lauschen könnte. Wir landen schließlich an der Southern Cross Station, wo sich unsere Koffer fast stressfrei in ein Schließfach schließen lassen. Praktischerweise ist direkt über der Southern Cross Station das Outlet Center von Melbourne. Wir wollen allerdings erst noch etwas von Melbourne sehen, bevor wir in die Tiefen des Outlet Centers entschwinden. Wir quetschen uns für 2 weiter Stationen wieder in die Straßenbahn, haben dann aber endgültig von diesem Transportmittel die Nase voll. Wir laufen! Die Sonne knallt, was Jutta und Nathalie toll finden, ich eher bescheiden... Mir ist so warm (Warum habe ich auch ne lange Hose angezogen...). Nachdem wir etwas planlos durch die Gegend gelaufen sind, landen wir schließlich in einem kleinen Gässchen, wo wir echt lecker zu Mittag essen (im Schatten). Die Toiletten dieses Etablissements sind allerdings erschreckend... Im Anschluss laufen wir den Fluss entlang. Zwischenzeitlich müssen wir uns durch die Stände des Wine Festivals wühlen, bevor man wieder entspannt geradeaus laufen kann. Im Schatten machen wir eine Pause und Essen ein Eis bzw. trinken einen Eiskaffee. Durch den Batman Park (leider nur eine braune Wiese mit Hunderten von Möwen) gehen wir zurück Richtung Outlet Center. Die letzten 2 Stunden, bevor uns unser Bus zum Flughafen fährt, verbringen wir hier. Als wir in Sydney landen, fahren wir problemlos mit dem Zug zum Circular Quay. Hier wollen wir eigentlich mit der Fähre nach Manly übersetzten, die letzte ist uns allerdings schon vor einer Stunde durch die Lappen gegangen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als uns ein Taxi zu gönnen. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig Ahnung die Taxifahrer hier haben, wo man eigentlich hin möchte und wie man dort am schnellsten hinkommt. Unser Taxifahrer fährt erstmal mit uns Tanken. Schließlich landen wir doch wieder am College und schleichen durch den Flur. (Da wir Koffer dabei haben, fahren wir einfach mit dem Aufzug. Normalerweise kriegt man dann auch Punkte abgezogen, aber wir werden nicht erwischt...)
Todmüde fallen wir mal wieder ins Bett und träumen von Pinguinen und Kängeruhs.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo, Lotte,
ich sitze mit deinen Eltern gemütlich am Osterkaffeetisch. Wir haben gerade deinen Bericht über Melbourne angesehen und freuen uns mit dir, dass du so viel Interessantes erlebst. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und grüße
dich ganz lieb.
Deine Omi Ruth
P.S. Wenn ich noch fit wäre, würde
ich den nächsten Flug nach Sydney
buchen!!!!