...Fortsetzung
Montag, 24.März 2008 - NICHTS TUN
Heute schlafen wir aus beziehungsweise bis neun, halb zehn, denn um elf beginnt der Osterbrunch, zu dem Melanie und Sarah geladen haben. Während ich noch unter der Dusche stehe, verwandeln Melanie und Sarah den Esstisch sowie die Arbeitsplatten der Küchenzeile in einen liebevoll gedeckten Ostertisch bzw. in ein reichliches Oster-Brunch-Buffet. Das Hauptthema dieses Buffets lautet eindeutig (Oster-) ‚Ei’, denn es gibt zwischen zwei verschiedenen Variationen an Rührei auch hartgekochte Eier, die als Namensschildchen fungieren. Außerdem hat Sarah Crepes-Teig vorbereitet, der auch recht eier-lastig zu sein scheint, dafür aber um so lecker schmeckt. Katrin und Daniel, sowie Vivian und Nathalie (auch eigentlich von der ISM, sie wohnen zwei Apartments weiter) kommen pünktlich und zu siebt quetschen wir uns um den Ostertisch. Ich war schon lange nicht mehr so voll gefressen, als wir ca. eine Stunde später anfangen den Tisch abzuräumen und zu spülen. Da wir auto-, und ‚Juttalos’ sind, steht heute auch kein Ausflug an. Nicht schlimm, denn wir (Melanie, Katrin, Daniel und ich) verbringen einfach den Rest des Tages am Pool. Ich als einzige im Schatten. Sarah verzichtet darauf uns zu begleiten, denn sie muss noch allerlei für die Uni tun. Abends machen wir uns ausgehfertig. Wir fahren mit dem gleichen Bus, wie auch schon den Abend zuvor, nur dieses Mal steigen wir nach der Hälfte der Strecke aus. Hier ist, ähnlich wie der Ruhrpark Bochum, ein Shopping Centre mit Kino zu finden. Paul begleitet Daniel, denn die beiden Jungs haben dankbar darauf verzichtet mit uns Mädels in einen ‚Mädchen-Film’ zu gehen. Bei dem sogenannten ‚Mädchen-Film’ handelt es sich um ‚Step up 2 – The Streets’. Mir gefällt der Film sehr gut, bin jetzt sogar schon zum zweiten Mal im Kino. Ich war letzten Dienstag nach dem Tanzen mit Evie (kommt aus Bayern) und Bec (Rebecca, Australierin) im kleinen Kino in Manly. (Wir hatten uns ‚The Other Boleyn Girl’ angeschaut).
Wieder im Appartement gucke ich gemeinsam mit Sarah sämtliche Fotos an, die sie das Wochenende über gemacht hat. Dann geht’s ins Bett, schließlich geht morgen um 8Uhr die erste Uni-Vorlesung los...
...und ich darf mit!
Dienstag, 25.März 2008 - ODYSSEE
Sarah und Melanie haben mich in ihre Marketing-Vorlesung eingeschleust... Es wäre auch fast nicht aufgefallen, wenn, mich eingerechnet, nicht nur sechs Studenten anwesend gewesen wären. (Die anderen 20 sind bestimmt noch in den ‚Osterferien’...) Der Dozent ist allerdings sehr nett und heißt mich herzlich willkommen. Ich werde direkt als vollwertiges Kursmitglied behandelt, da ich gemeinsam mit Sarah und einem Australier in eine Gruppe gesteckt werde. Die nächsten 40 Minuten verbringen wir damit, eine Case Study über ‚Miele’ zu bearbeiten, dabei wurde mir aus eigentlich zuverlässiger Quelle vermittelt, in dieser Vorlesung bzw. in diesem Tutorium würde man nur einen Film gucken und könnte nach einer Stunde gehen. Naja, Sarah und Melanie ist es etwas unangenehm, dass gerade heute ihr Dozent so unheimlich motiviert ist. Wir hatten die ‚Freistunde’ von neun bis zehn nämlich eigentlich zum Frühstücken eingeplant. Daraus wird leider nichts, aber die zehn Minuten bis zur nächsten Vorlesung reichen für einen Soja-Cappuchino.
Jetzt geht’s in einen richtigen Hörsaal, der allerdings nur zu einem Fünftel, das sich auf die hintersten Reihen verteilt hat, gefüllt ist. Knapp ein Drittel der Anwesenden sind ISM-Studenten – Vorbildlich!
Die Vorlesung sieht allerdings nun so aus, dass der Dozent zwei Stunden lang ohne Unterbrechung durchredet bzw. vorliest. Laut meinen Informanten rechts und links neben mir soll es angeblich eine Pause geben... Sehnsüchtig auf eben diese wartend, versuche ich die letzte Halbestunde angestrengt zu ignorieren, dass der Soja-Cappuchino immer und immer mehr auf meine Blase drückt). Rausgehen ist wohl eher weniger ratsam; das hat der Dozent wohl nicht so gerne und ich will ja auch nicht unangenehm auffallen, wo ich ja eigentlich ein ‚blinder Passagier’ bin. Reden ist wohl auch etwas, was den Dozenten schnell auf die Palme bringt, deshalb haben sich sämtliche anwesenden Studenten vorsorglich ihren Laptops gewidmet, damit sie erst gar nicht in Versuchung kommen zu reden oder zuzuhören. Nach zwei Stunden Monolog schaffe ich es gerade noch bis zum Klo...und bin entsetzt... Wie kann es sein, dass an so einer riesigen Uni die Toiletten sauberer sind, als bei uns am College?... Habe bisher auch noch keinen einzigen Asiaten gesehen, der sich am Toilettenwaschbecken Wasser ins Gesicht schmeißt oder durch die Nase ziehen könnte, und so Gefahr läuft den gesamten Toilettenbereich zu überschwemmen.
Sarah und Melanie führen mich zum Mittagessen in ein kleines Café auf dem Uni-Gelände aus. Im Anschluss ‚rolle’ ich zurück zum Appartement, Melanie begleitet mich. Ich packe meine restlichen Sachen in mein kleines Köfferchen... und muss feststellen, er geht nicht mehr zu... Glücklicherweise entdecke ich im selben Moment, dass sich hinter dem zweiten Reißverschluss zwar kein zweites Fach verbirgt, man (oder Frau) den Koffer aber noch einmal ein ganzes Stückchen vergrößern kann. Jetzt ist sogar noch Platz in meinem Koffer, ich hätte also sogar noch ein paar Souvenirs mehr verstauen können...
Ich kriege meinen Bus, der pünktlich vor der Anlage hält und auch mit dem Anschlusszug zum Flughafen habe ich Glück. Der nächste Zug Richtung Flughafen fährt in 10 Minuten ab. Nach knapp 1 ¾ Stunden bin ich wieder am Flughafen und checke (dieses mal problemlos) an diesem Computer-Dings ein. Ich habe noch knapp drei Stunden Zeit bis mein Flugzeug abfliegt, das sind also noch 2 ½ Stunden Zeit bis das ‚Boarding’ beginnt. Ich habe also genügend Zeit mir die Geschäfte am Flughafen anzuschauen. Relativ schnell habe ich dann allerdings den Souvenirshop, sowie den Zeitschriften- und Buchladen durchstöbert. Das war’s eigentlich auch schon mit den Geschäften... Da ich immer noch massig Zeit habe, kaufe ich mir ein Taschenbuch. Eine halbe Stunde vor der angegebenen ‚Boarding’-Zeit begebe ich mich zu meinem Gate und muss feststellen, dass sich mein Flugzeug um eine ganze Stunde verspätet. Ich komme somit also nicht nur eine Stunde später in Sydney an, sondern Dank der Zeitverschiebung gleich zwei. Die Landung erinnert an das Fahren mit der Holzachterbahn im ‚Movie World’, aber wir sind immerhin unten. Es gießt in Strömen und es gewittert vom Feinsten...dabei war ich doch noch gerade im schönsten Sonnenschein gestartet. Unser Flugzeug ist das letzte, das landen darf. Aufgrund der super schlechten Witterungsverhältnisse wird erst mal der komplette Flughafen in Sydney ‚dicht’ gemacht. Das bedeutet für mich: ‚keinen Koffer’! Nach 1 ½ Stunden setzt sich dann endlich das Kofferband, auf dem es sich die entnervten Fluggäste sitzend und liegend bequem gemacht haben, quietschend in Bewegung. Mein Koffer ist zum Glück einer der ersten; ihn möchte aber schon eine Inderin zwei Meter links von mir vom Band klauen. Mit einem Hechtsprung bin ich bei meinem kleinen Köfferchen und kann gerade noch verhindern, dass die Inderin mit meinem Koffer davon dackelt. Die letzte Fähre von Sydney nach Manly geht in 20 Minuten. In dieser Zeit schaffe ich es auf gar keinen Fall mit dem Zug zum Circular Quay zu kommen. Also muss ich wohl oder übel ein Taxi nehmen. Ich bin im Endeffekt allerdings ganz froh, denn es plästert immer noch und mein Taxi bringt mich ja bis zur Tür! Ich melde mich brav bei Nathalie zurück und mache, dass ich ins Bett komme – endlich ist meine kleine Rückfahrt-Odyssee vorbei!
Vielen Dank noch mal an Sarah und Melanie für diesen tollen ‚Oster-Urlaub’!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen